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Spuren des Luftverkehrs

Wer in der Nähe eines Flughafens wohnt, befindet sich zweifelsfrei in einer besonderen Lage. Für die Nachbarn eines Airports spielen insbesondere Themen wie Fluglärm und Luftqualität eine wichtige Rolle. Aber hinterlässt der Luftverkehr auch noch andere Spuren im Bereich der An- und Abflugrouten? Immer wieder hört man, Flugzeuge würden im Landeanflug Treibstoff oder gar Fäkalien ablassen und so benachbarte Wohngebiete verunreinigen. Ist das wahr?

Ablassen von Treibstoff: Fuel Dumping
Es ist nicht so, dass es Fuel Dumping gar nicht gäbe. Das Ablassen von Kerosin während des Fluges ist jedoch eine Maßnahme, die äußerst selten und nur in bestimmten Notsituationen unter Einhaltung strengster Sicherheitsbestimmungen angewendet wird - zum Beispiel, wenn nach dem Start Komplikationen an Bord auftreten und sich der Pilot entscheidet, sicherheitshalber sofort wieder zu landen.

Die Genehmigung zum Treibstoffschnellablass erteilt die Flugsicherung. Sie lotst das Flugzeug in einen wenig beflogenen Luftraum, der bei mindestens 1.500 Metern Höhe liegt. Wegen der hohen Geschwindigkeit des Flugzeugs zerstäubt der austretende Treibstoff sofort und verdunstet. Bei den meisten der heute gängigen Flugzeugtypen ist Fuel Dumping gar nicht mehr vorgesehen, denn die Maschinen können mit dem maximalen Startgewicht auch wieder landen.

Oft werden sogenannte Wirbelschleppen, die besonders bei landenden Flugzeugen häufiger zu beobachten sind, für Kerosinablass gehalten. Dies ist jedoch ein Irrtum. Jedes Flugzeug hinterlässt auf seiner Flugbahn am Ende der Tragflächen zwei gegenläufige Luftwirbel, die durch den Druckunterschied zwischen den Ober- und Unterseiten der Tragflächen entstehen. Werden die Landeklappen ausgefahren, vergrößert sich die Intensität der Luftwirbel. Bei erhöhter Luftfeuchtigkeit können diese Wirbelschleppen in Form eines grauen Bandes hinter dem Flugzeug sichtbar werden, was dann irrtümlich für Fuel Dumping gehalten wird.
Fäkalien-Entsorgung
Woher kommen diese Flecken auf dem frisch geputzten Auto?
Wie kommt denn dieser Dreck auf die neuen Gartenmöbel? In der Nähe des Flughafens oder im Bereich der An- und Abflugrouten kann da leicht der Verdacht aufkommen, es hätte Inhalte von Flugzeugtoiletten "geregnet".

Die Entsorgung der Fäkalientanks erfolgt ausschließlich nach der Landung des Flugzeugs durch Spezialfahrzeuge. Hierfür müssen am Flugzeug zunächst verschiedene Sicherheitsklappen und -ventile geöffnet werden, die sich nur von außen - also keinesfalls während des Flugs - öffnen lassen. Anschließend saugen speziell konstruierte Fahrzeuge den Tankinhalt über Schläuche ab.

Von uns eingeschickte Verunreinigungen stellten sich nach Laboruntersuchungen als Vogelkot heraus, der je nach Jahreszeit und damit Fressverhalten der Vögel von unterschiedlicher Färbung und Konsistenz ist. Dabei kann es sich auch um erhebliche Mengen handeln. Bei anderen Untersuchungen von externer Seite stellten sich als Verursacher von "Fäkalienresten" Bienen heraus, die Pollen- und Wachsanteile beim Nestan- und -abflug fallen lassen. Oder Wespen warfen Gartenerde beim Nestbau ab.
 
Erklärung: Was ist Kerosin?
Wie der Treibstoff für Autos besteht auch Flugzeugtreibstoff aus Erdöl. Grundsätzlich gibt es zwei Sorten von Flugzeugtreibstoffen: Kerosin (Jet A-1) für Strahltriebwerke (Jets) und Flugbenzin für Propellerflugzeuge. Kerosin ist dem Lampenpetroleum sehr ähnlich und schwer entflammbar. Das verringert bei Unfällen die Brandgefahr entscheidend. Flugturbinenkerosin muss international einheitlichen Qualitätsanforderungen entsprechen und wird aus ganz bestimmten Rohölsorten hergestellt. Es ist frei von Blei- und Halogenverbindungen. Nach einer international gültigen Spezifikation darf Kerosin maximal 0,3% Schwefel enthalten. Untersuchungen haben ergeben, dass der Schwefelgehalt des in Deutschland vertankten Kerosins um bis zu 90% unter dem international vereinbarten Grenzwert liegt.